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Mach Schluss mit Ängsten und Sorgen!

 

Der souveräne Umgang mit negativen Gefühlen

 

Wir alle kommen in Situationen, in denen wir uns schwach fühlen und die wir nicht zu kontrollieren scheinen. Wäre es dann nicht genial, ein Rezept zu haben, mit dem man schnell und nachhaltig Sorgen und Ängste hinter sich lässt? Das und einiges mehr findest du in diesem Artikel. Viel Spaß!

 

 

 

 

Was sind eigentlich Sorgen und wo entstehen sie?

Manche Teile unseres Gehirns sind uralt. Sie haben sich im Verlauf der letzten zigtausend Jahre nur wenig bis gar nicht verändert. Ihre primäre Aufgabe ist es, uns vor Gefahren zu schützen und die Reproduktion der eigenen Art sicherzustellen.

 

 

Unser Gefühlsleben ist dabei einem regelrechten Reiz-Reaktions-Schema unterlegen. Wenn wir dieses Schema beginnen zu verstehen, können wir auch die Fragen beantworten, was Ängste auslöst, wann wir Freude empfinden, was Belohnung mit uns macht und wie wir unseren Körper dazu bringen können, im richtigen Moment eine bestimmte Emotion zu erleben?

Wusstest du, dass das Empfinden von Sorgen oder Ängsten durch chemische Botenstoffe entsteht? Diese sogenannten Hormone werden durch unterschiedliche Drüsen im Körper gebildet. Ich denke, ihr habt schon von den Stresshormonen Adrenalin und Cortisol gehört, von dem Glückshormon Dopamin oder von dem “Gelassenheitshormon” Serotonin - um nur mal stark vereinfacht ein paar zu nennen.

Im Grunde funktionieren alle unsere Emotionen genau so. Unterschiedliche Botenstoffen werden entsandt und wir empfinden das als ein einnehmendes Gefühl der Bedrohung, Freude, Sorge, Erregung und so weiter. Wir nehmen es natürlich nicht so mechanisch wahr, sondern sind mitten in der Emotion. Auch wenn sich die Sorge für uns real anfühlt, so ist sie nicht mehr als eine Reaktion unseres Körpers auf das ausgeschütteten Hormone.

 

So wirst du deine Sorgen los

 

 

Was passiert, wenn du beginnst, dir Sorgen zu machen. Ist es nicht so, dass Sorgen dann besonders unangenehm werden, wenn sie im Hintergrund mitspielen. Wenn man nicht direkt an sie denkt, sondern sie gewissermaßen als blinder Passagier mitreisen - man weiß, dass Sie da sind, aber nur als diffuser Nebel im Hinterkopf. Sie schmerzen dann wie ein feiner Schnitt im Finger. Er bringt uns nicht um, nervt allerdings ungemein.

Die meisten Menschen entscheiden sich, die Sorgen noch weiter nach hinten zu schieben, nur um dann am nächsten Morgen aufzuwachen und zu merken, dass alles beim Alten ist und einem dazu auch noch der Kopf wehtut.

 

 

Konfrontation ist der Schlüssel

 

Auch wenn man es nicht erwartet: Sich seinen Sorgen zu stellen, ist weitaus weniger unangenehm als sie zu verdrängen - mit ein paar Tricks kriegst du es hin.

 

 

Ich zeige dir jetzt eine einfache Übung, mit der du in Windeseile deine Sorgen ausradierst. Wie wir im vorangegangenen Kapitel festgestellt haben, verschwinden Sorgen nicht, wenn ich sie verdränge. Sie werden nur noch unangenehmer. Wenn du dich also das nächste Mal sorgst oder Angst hast, mach einfach Folgendes:

 

  1. Nimm ein weißes Blatt Papier und schreibe dort genau auf, was dir Sorgen bereitet. Versuche, es im Detail zu beschreiben. Konzentriere dich vor allem auf die Konsequenzen, die du dir ausmalst - einfach alle, die dir spontan einfallen. Jetzt stellst du dir die Frage, was schlimmstenfalls passieren könnte, wenn deine Ängste Wahrheit würden. Mach jetzt direkt mal den Test: Nimm dir eine Sorge, die dir spontan einfällt, und frage dich, was die schlimmste Konsequenz daraus sein könnte. Meistens ist es nichts Gravierendes. Du wirst merken, dass deine Sorge nicht mehr die Wirkung auf dich entfaltet wie zuvor. Du fühlst dich schon deutlich gestärkt, weil du ihr ins Gesicht geblickt hast.
  2. Nun gehen wir noch einen Schritt weiter - wir wollen ja schließlich die Sorge aus deinem Kopf katapultieren. Du nimmst jetzt wieder dein Blatt und zeichnest eine Tabelle mit zwei Spalten. In die linke Spalte schreibst du rein, was du selbstständig und von dir abhängig machen kannst, damit dein Problem verschwindet. Hier führst du nun Punkt für Punkt auf, wovon du überzeugt bist, dass du es selber in der Hand hast, etwas zu verändern, dass du also proaktiv auf eine Lösung zu gehen kannst. In der rechten Spalte führst du nun Aspekte auf, die du nicht oder nur indirekt beeinflussen kannst. Du wirst erstaunt sein, wie viel in deiner Macht liegen. Alles, was außerhalb deiner Möglichkeiten liegt, darfst du vorerst unbeachtet lassen, weil es verschwendete Zeit wäre, sich um diese Bereiche zu kümmern. Du hast ja schließlich genug mit der linken Spalte zu tun. Nun unterstreichst du in deinem Einflussbereich die Punkte, von denen du denkst, dass sie dich am schnellsten aus deiner misslichen Lage hinaus bringen, wenn du sie gleich angehst.
  3. Als nächstes machst du dir deine Top-fünf-Auftragsliste. Du schreibst dir also die fünf Punkte raus, die deiner Kontrolle unterliegen und die du sofort nach dem Aufschreiben in Angriff nimmst - das ist jetzt dein Auftrag! Du wirst merken, was für ein befreiendes Gefühl es ist, zu wissen, dass du selber die Kontrolle hast über deine Ängste und sie nicht mehr dich kontrollieren. Denn was uns bei Ängsten und Sorgen so sehr verunsichert, ist nicht die Sorge an sich - das wirst du wahrscheinlich schon festgestellt haben, als du die schlimmste Konsequenz dargestellt hast, die aus deiner Sorge entstehen kann - sondern die gefühlte Machtlosigkeit. Nun aber merkst du, wie viel Macht du eigentlich über deine Situation besitzt, und du wirst dich gut fühlen damit. Genieße dieses belebende Gefühl, den Kampf David gegen Goliath gewonnen zu haben! Ich wette mit dir, dass alleine dadurch der Großteil deiner Sorgen bereits verschwunden ist. Und den Rest wirst du nun durch dein sofortiges Handeln eliminieren. Versprich mir jetzt bitte nur eins: Mach sofort den ersten Schritt! Auch wenn er noch so klein ist.

 

In der Psychologie spricht man von Resilienz, also einer Widerstandsfähigkeit gegenüber negativen Einflüssen, indem man auf seine Ressourcen zurückgreift, die man sich zuvor antrainiert hat.

 

 

Das bedeutet, trage dieses Blatt Papier einfach für die nächsten Tage bei dir und immer, wenn dir wieder etwas Unangenehmes durch den Kopf geht, nimm das Blatt Papier hervor und gehe die Schritte durch.

 

Bist du jetzt also von deinen Sorgen kuriert? Vermutlich noch nicht ganz. Wiederholung ist der Schlüssel. Erwarte bitte nicht die Wunderheilung nach einmaliger Anwendung. Sich emotional zu stärken, resilient zu werden, ist ähnlich, wie sich körperlich zu stärken. Du gehst ja auch nicht zweimal im Jahr ins Fitnessstudio und erwartest, mit einem Waschbrettbauch rauszukommen. Viele Menschen unterschätzen nur leider maßlos, dass sie durch etwas emotionales Training ihre Lebensqualität deutlich verbessern können. Daher mache diese Übung in ihrer Ausführlichkeit mindestens zweimal pro Woche und überprüfe dabei, ob du schon einen Schritt weitergekommen bist. Den Schritt 1 der Übung solltest du selbstverständlich mindestens einmal pro Tag machen, um dich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzubringen. Zusätzlich empfehle ich dir ein paar einfache Übungen, mit denen du nicht nur die Sorgen verschwinden lässt, sondern dich auch noch in einen emotionalen Top-Zustand bringst.

 

Schnell wieder mehr Leistungsfähigkeit

 

 

Dafür hier eine kurze Anleitung (mach das Folgende sofort, wenn du es liest - es wird dich begeistern!): 

  1. Bewerte, wie du dich genau jetzt fühlst auf einer Skala von 1-10, wenn die Eins hundsmiserabel ist und die Zehn das beste Gefühl überhaupt.
  2. Vergegenwärtige dir einen Moment in deinem Leben, in dem du besonders viel Kraft empfunden hast und du besonders selbstbewusst und glücklich warst.
  3. Versuche, dich mit all deinen Sinnen in diese Situation hineinzuversetzen, sie aus deiner eigenen Perspektive zu erleben. Sieh, was du damals gesehen hast, spüre, was du gespürt hast, höre, was du gehört hast - ich denken, du weißt, was ich meine ;-)
  4. Jetzt darfst du etwas schummeln: Lasse deine Bilder und deine imaginierte Situation deutlich farbenfroher lauter und voller aufregender Empfindungen werden. Ist ja deine Vorstellung! Die Situation darf ruhig etwas übertrieben sein und du als Person als der große Held oder die große Helden in deiner eigenen Geschichte auftreten.
  5. Wiederhole diese Übung zwei bis dreimal direkt hintereinander, das geht auch ganz schnell. Und mache es so, dass du bei jeder Wiederholung diese Empfindung noch stärker und farbenfroher werden lässt.
  6. Nun bewerte deine emotionale Lage erneut auf einer Skala von 1-10. Ich gehe mit dir jede Wette ein, dass du dich jetzt klasse fühlst.

 

Leider ist es in der herkömmlichen Bildung nicht gerade Usus, unsere Emotionen als einen Bereich darzustellen, den wir selbstständig trainieren können. Wir trainieren unseren Körper und sicher auch unseren Intellekt, geben aber meistens nicht viel auf das Training unserer Gefühlslage. Dabei bietet genau die Beschäftigung mit den eigenen Emotionen und das gezielte Verwendung von Imaginationstechniken und Autosuggestionen ein immenses Potenzial, das Leben für sich und andere glücklicher zu gestalten.

Ich wünsche dir mit diesen Ideen ganz viel Erfolg und Spaß! Genieße das Gefühl, wenn du ab jetzt deutlich souveräner mit deinen Sorgen umgehen kannst. Lass mir einen Kommentar und Feedback da und schreib mir, wovon du in Zukunft noch mehr erfahren willst.

Dein Arne

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