· 

Gründen mit Freunden

Ist Unternehmertum das Richtige für dich?


Nicht nur der Arbeitsmarkt strukturiert sich stetig neu, sondern auch die individuellen Vorstellungen des einzelnen von seinem persönlichen Arbeitsumfeldes. Viele Menschen wollen heutzutage über verschiedene Wege in die Selbstständigkeit oder ins Unternehmertum einsteigen.

Auffällig ist, dass Unternehmer früher eher wie Erfinder agiert haben. Das Unternehmertum folgte aus der Innovation. Heutzutage wissen viele Menschen, dass sie ein eigenes System aufbauen wollen. Über das Produkt sind sie sich jedoch nicht immer im Klaren. Doch genau dann müssen die Einstellung und Persönlichkeit stimmen. Nur so können sich die Leute langfristig etablieren und diesen Weg bestreiten. Der erste wichtige Faktor ist das „Warum“

 

 

Selbstbewusstsein entwickeln

Werte, Prinzipien und Attribute kennen

Beginnen wir mit dem Thema Werte und Prinzipien, denn diese dienen als Fundament einer starken Persönlichkeit. Sie beeinflussen eure Handlungen und Kommunikation, egal ob bewusst oder unbewusst. Jedoch ist das Ziel, dass man für diese Prozesse ein Gefühl entwickelt. Da es euch ungemein bei Dingen wie der Entscheidungsfindung hilft, wenn ihr eure persönlichen Werte kennt.


Was sind Werte?


Unter Werte verstehen wir unsere hoch subjektive Wahrnehmung, die wir als objektiv einschätzen.  Sie basieren auf emotionalen Referenzträgern. Beispiele für Werte sind: Integrität, Loyalität, Wachstum oder Freiheit. Attribute hingegen sind Stärken, deren ihr euch bewusst werden solltet, um sie gezielt einsetzen zu können. So entscheidet man, wofür man steht, oder was man vertreten will. Nun kommen wir zu den ,,rationalen“ oder ökonomischen Gründen, aus denen sich Menschen entscheiden Unternehmer zu werden.

 

 


Der Cashflow Quadrant unterscheidet zwischen vier verschiedenen Einkommenstypen. Keine Beschäftigungsart ist besser oder schlechter, vielmehr werden sie unterschiedlichen Persönlichkeitstypen und Lebenszielen gerecht. Der Übergang zwischen den einzelnen Quadranten kann fließend sein. Es können auch mehrere Quadranten von einer Person belegt werden.

 

Angestellte


Angestellte arbeiten für andere. Sie werden regelmäßig nach ihrer Zeit, der sie einer bestimmten Tätigkeit nachgehen, bezahlt. Die Höhe des Einkommens ist direkt an die investierte Zeit gebunden - mehr Stunden bedeutet mehr Einkommen. Daraus folgt: keine Arbeit, kein Geld. Der Angestellte ist in der Regel weisungsgebunden und von seinem Vorgesetzten abhängig. Häufig kann er nur arbeiten wenn er „benötigt“, bzw. von der Firma eingeteilt wird.

 

Selbstständige


Selbstständige können ihre Arbeitszeit frei einteilen und entscheiden selbst, in welche Prokjekte sie dieselbe investieren. Das Mehr an Freiheit bedeutet aber auch, dass sich der Selbstständige beispielsweise in Bezug auf seine Auftragslage und im Krankheitsfall selbst “versorgen” muss. Bei fehlender Automatisierung tauschen auch sie ihren Arbeitseinsatz direkt gegen Geld.

 

Unternehmer


Unternehmer sind selbst Chefs und arbeiten mit anderen auf ein Ziel hin, tragen allerdings die meist ungeteilte Verantwortung für das gesamte Unternehmen.

Unabhängig davon, wie groß das Unternehmen ist, steht der Unternehmer an der Spitze und kann sein Einkommen losgelöst von seinem eigenen Arbeitsaufwand skalieren. Der Unternehmer steigert sein Einkommen durch die Effizienz und Effektivität seines eigenen Systems.

 

Investoren


Investoren arbeiten nicht in einem Unternehmen sondern lassen ihr investiertes Geld für sich arbeiten. Auch der Investor verdient sein Geld losgelöst von seinem Arbeitseinsatz. Der Investor setzt vielmehr auf die Geschäftsidee der Gründer und das System dahinter. Ein Risiko ist es also, den falschen Riecher gehabt zu haben und das investierte Kapital zu verlieren.
 
 

Kommunikation im Allgemeinen


Gerade in Bewerbungsgesprächen hört man oftmals Floskeln wie ,,Ich bin kommunikationsfähig“. Klar ist, dass jeder Mensch kommunizieren kann. Aber man muss das ganz klar von der Fähigkeit trennen, richtig und gezielt zu kommunizieren. Das erfolgt sowohl über rhetorische Fähigkeiten als auch über die nonverbale Kommunikation. Im Folgenden zeige Ich euch zwei Modelle, die euch dabei helfen eure Kommunikation innerhalb eurer Firma zu verbessern.

 

Eisbergmodell


Nur ein vergleichsweise geringer Anteil des Eisbergs von knapp 20 Prozent ist sichtbar. Ähnliches gilt laut Eisbergmodell für die Kommunikation. Die sogenannte Sachebene, wie Zahlen, Daten und Fakten, machen den kleinsten Teil der Kommunikation aus - etwa 10% bis 20%.


Größer und wichtiger ist die Beziehungsebene mit bis zu 90 Prozent Anteil an der zwischenmenschlichen Kommunikation. Es sind Gefühle, Erfahrungen, Ängste, aber auch Triebe des Menschen. Während die Sachebene verbal kommuniziert wird, ist die Beziehungsebene Teil der nonverbalen Kommunikation durch Körpersprache, Mimik und Gestik.


Die beiden Ebenen dieses Kommunikationsmodell unterscheiden sich voneinander, stehen aber dennoch im Zusammenhang. So kommt es häufig zu Konfliktsituationen, wenn Sach- und Beziehungsebene nicht in Einklang gebracht werden.

Das zeigt sich schon in einem einfachen Beispiel: Gibt es Probleme auf der Beziehungsebene, beispielsweise durch negative Gefühle zwischen den beiden Seiten der Kommunikation, wird auch die Sachebene gestört und Aussagen werden falsch verstanden.

 

Die vier Seiten einer Nachricht

Das sogenannte Vier-Seiten-Modell (manchmal auch als Vier-Ohren-Modell oder Nachrichtenquadrat bezeichnet) stammt von dem deutschen Kommunikationswissenschaftler Friedemann Schultz von Thun. Dieses Modell unterscheidet zwischen vier Ebenen

 

Die Sachebene.

Hier geht es um die Frage, was genau gesagt wird. Dabei handelt es sich um Daten, Fakten, und Informationen.

Die Selbstoffenbarung.

Mit jeder Kommunikation gibt der Sprecher etwas von sich selbst preis. Das geschieht oftmals unbewusst und ermöglicht einen Einblick in die Gefühlswelt und Persönlichkeit des Senders

Die Beziehungsebene.

Diese sagt viel über das Verhältnis zwischen Sender und dem Empfänger einer Nachricht aus. Wertschätzung und Respekt, Abneigung oder, ob eine enge Beziehung oder Distanz besteht. Gerade die Wortwahl, aber auch die Mimik und Körpersprache zeigen, wie die beiden Parteien zueinander stehen.

Der Appell.  

Der Sender möchte mit seiner Aussage immer auch etwas bewirken und eine Reaktion des Empfängers hervorrufen. So kann direkt aufgefordert werden, etwas zu tun oder weniger offensichtlich eine Handlung angeregt werden.

Konflikte entstehen laut diesem Kommunikationsmodell, wenn die vier Seiten einer Nachricht von Sender und Empfänger unterschiedlich gedeutet oder gewichtet werden.

Was bedeutet das? Da ihr mit Freunden gründet sind Respekt und Wertschätzung wichtige Aspekte in eurer Kommunikation. Meidet Sarkasmus oder zynische Aussagen, die auf den anderen herablassend wirken können. Gibt es Probleme, dürft ihr aber auch nicht vor einem Konflikt zurückweichen und müsst diese schnellstmöglich klären. Seid gerne verschwenderisch mit Lob und äußert Kritik konstruktiv und wertschätzend. Mit diesen Modellen, geht Ihr einen Schritt in die richtige Richtung.

 

Effektive Aufgabenverteilung innerhalb eures Unternehmens


Verschiedene Bereiche innerhalb eines Unternehmens sind mit allerlei Kompetenzen, Fähigkeiten und Präferenzen verbunden. Hier führe ich einige dieser Bereiche auf und erkläre euch, wie ihr die Aufgaben anhand verschiedener Faktoren verteilen könnt.

Die Aufgabenverteilung ist unentbehrlich für eine möglichst reibungslose Kommunikation und macht es möglich, die Stärken des Einzelnen richtig zu nutzen.


Verschiedene Bereiche sind beispielsweise:

  • Beschaffung: Sie befasst sich mit dem Einkauf von essentiellen Ressourcen
  • Entwicklung/Produktion: Sie umfasst die Entwicklung von Gütern und/oder Dienstleistungen
  • Vertrieb: Er gewährleistet, dass die entwickelte Dienstleistung zum Endverbraucher gelangt.
  • Personalwesen: Es befasst sich mit der Beschaffung, Betreuung und Verwaltung des Personals.
  • Verwaltung/Finanzierung: Sie ist mit administrativer Tätigkeit betraut. Auch Einnahmen und Ausgaben werden hier koordiniert.
  • Logistik: Sie sorgt für den Zusammenfluss von Material-, Wert- und Informationsströmen.

 

Nutzung der Stärken und persönlichen Eigenschaften


Es ist klar, dass Menschen verschiedene Präferenzen und Stärken besitzen. Genau deshalb verteilt man die Aufgaben möglichst schnell und intelligent. Zunächst stelle Ich euch ein Modell vor, welches euch einerseits bei der Reflexion eures eigenen Profils unterstützt und andererseits eine bessere Analyse des Umfelds ermöglicht.

 

 

Keine Farbe ist besser oder schlechter als die andere. Ein gesunder Ausgleich innerhalb eines Teams ist am besten.

 
Motivatoren

 

Anhand der Motive und Persönlichkeit könnt ihr besser einschätzen, wer von euch wo reinpasst. Beispielsweise sollte ein introvertierter und theoretisch motivierter Mensch eher selten im Vertrieb oder Marketing eines Unternehmens zu finden sein. Genauso wenig werdet ihr einen extrovertierten Menschen, dem Detailarbeit lästig ist, in der Buchführung oder der Logistik antreffen.

Ich bin mir sicher, dass euch diese Fakten bei einer gezielten Aufgabenverteilung und Einschätzung unterstützen.

 

Queraustausch über Motive und Zielsetzung:

 

Während der Gründung mit euren Freunden ist es wichtig zu wissen, wer welche Motive und Ziele hat. Wie macht man das? Man redet darüber ;-)

Hilfreich ist der Golden Circle. So könnt ihr euer individuelles Warum eruieren. Darauf folgt die Festlegung einer gemeinsamen Unternehmensvision; die gemeinsame Ausrichtung ist dabei essentiell. Denn auf viele Höhen werden auch schwierige Phasen folgen. In diese Phasen gilt es, sich gegenseitig zu motivieren und am Ball zu bleiben. Ihr baut euch mit diesem Warum sowohl als Freunde, als auch als Geschäftspartner immer wieder gegenseitig auf. Neben intrinsischer Motivation sorgt ihr auch für extrinsische.

Als Nächstes ist es wichtig, dass Ihr ein Leitbild festlegt, also ein ,,Mission Statement“. Dafür steht ihr mit eurer Firma, eurer Dienstleistung, eurem Produkt. Es ist eine kurze und prägnante Aussage, die immense Auswirkungen auf den gemeinsamen Erfolg hat.

Ein Leitbild ist wichtig, um eine Marke zu erzeugen. Es kann trivial, aber auch tiefgründig sein. Es ist im Endeffekt das allererste, was mit eurer eigenen Firma assoziiert wird.

 

 

Die Zielsetzung

Ihr braucht ein gemeinsames Ziel, nur so werdet ihr langfristig eine intakte Firma entwickeln und halten können. Dieses Ziel sollte im besten Fall niedergeschrieben werden, sodass ihr euch dieses Ziel immer und immer wieder vor Augen führt.

Ohne ein konkretes Ziel dreht ihr euch im Kreis und kommt am Ende wieder bei 0 raus. Umsatzziele, Gewinne, Kooperationen und vieles mehr spielen bei dieser Zielsetzung eine große Rolle. Es sind kleine Etappen, die zu einem noch viel größeren Ziel führen werden.


Um das Ganze zu untermauern, habe ich eine Studie für euch:


Damals habe man Studenten im MBA Programm einer amerikanischen Universität gefragt, ob sie klar formulierte Ziele für die Zukunft aufgeschrieben hätten und einen Plan hätten, wie diese zu erreichen seien.

84 Prozent der Studenten gaben an, dass sie keine klaren Ziele für die Zukunft hätten. 13 Prozent sagten, dass sie zwar Ziele hätten, diese aber nicht schriftlich festhalten. Nur drei Prozent der Studenten hatte Ziele und Pläne tatsächlich aufgeschrieben. Zehn Jahre Später wurde dieselbe Gruppe erneut befragt.

Dabei kam heraus, dass die drei Prozent der Studenten, die ihre Ziele schriftlich fixiert hatten, ein zehnmal höheres Einkommen vorweisen konnten als alle anderen Studenten. Die 13 Prozent der Studenten, die zumindest Pläne gemacht hatten, verdienten immerhin doppelt so viel wie die restlichen 84 Prozent.

[Quelle: http://www.huffingtonpost.de/2015/07/16/ziele-aufschreiben-erfolg_n_7808166.html]

Ihr seht, dass diese konkreten Zielsetzungen in diversen Lebensbereichen eine große Rolle spielen.

 

Konkrete Tools zur Verbesserung eurer Kommunikation

Selbstverständlich wollt ihr nicht, dass eure Freundschaft unter der gemeinsamen Firma leidet. Genau deshalb habe ich diesen Artikel geschrieben. Ihr sollt die ganzen Modelle und Situationen verstehen und anwenden, um ein eskalierende Situationen möglichst zu vermeiden oder zu entschärfen.

Deshalb hier ein paar konkrete Tipps bezüglich der Organisation und Kommunikation untereinander.

ERSTENS: 
Um Zeit und Nerven zu sparen, solltet ihr einen gemeinsamen Kalender einführen, auf den jeder zugreifen kann. So kann man sich koordinieren und bei Bedarf gegenseitig kontrollieren. Voraussetzung: Der Kalender muss täglich geführt und gepflegt werden. Meetings oder die Aufgabenverteilung werden hiermit transparenter und effizienter.

ZWEITENS:
Ihr solltet eine Aufgabenlist in tabellarischer Form einführen (z.B. über Realtimeboard oder Google-Drive). Dort tragt ihr immer ein, wie viele Stunden ihr in welches Projekt wann gesteckt habt. Klingt unkompliziert, hat jedoch eine enorme Wirkung: Ihr werdet kompetitiv und sprecht euch selbst in euer Gewissen, wenn der Arbeitsaufwand ungleich verteilt ist. Abgesehen davon kann man dadurch, einer schlechten Arbeitsmoral entgegenwirken.

DRITTENS: 
Der letzte und wichtigste Tipp ist, dass ihr so oft wie möglich ein direktes Gespräch suchen solltet; das kann das Lob für einen Geschäftspartner sein oder auch das offene Ansprechen eines Problems.

Ist das persönliche Gespräch nicht möglich, arrangiert ihr ein Telefonat. Doch kommuniziert solche Dinge nie über Whatsapp! Leider pervertiert dieses Tool die geschäftliche Kommunikation. Denn damit wirkt keines der genannten Modelle. Auch nicht bei Sprachnachrichten, da ihr euch 100 Mal überlegen könnt, ob euch Tonlage und Wortwahl gefallen. So entstehen häufig Missverständnisse, die zu großen Konflikten ausarten können.

Whatsapp ist da, um zu schreiben, wann ihr euch wo trefft - mehr nicht.

  
Fazit

Die Gründung mit Freunden ist ein spannendes Erlebnis. Ihr gründet mit Menschen, die euch nahe sind und denen ihr vertrauen könnt. Das sind die besten Voraussetzungen, die man für ein gemeinsames Geschäft nur haben kann.

Ich hoffe, euch haben meine Ausführungen zu den unterschiedlichen Punkten gefallen und ihr konntet ein paar gute Tipps für eure Gründung mitnehmen. Lasst mich gerne in den Kommentaren wissen, was ihr noch genauer ausgeführt haben wollt und wie euch mein Artikel gefallen hat.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0